Der Freiherr von Knigge über übertriebene Tierliebe
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Der ➚Freiherr von Knigge, dessen Werk „Über den Umgang mit Menschen“ seinen Namen bis zum heutigen Tag mit dem Begriff des guten Benehmens verbindet, lebt im 18. Jahrhundert. Offensichtlich ist schon damals die Tendenz der Parallelität zwischen Tierliebe und Menschenverachtung sichtbar, schließlich schreibt er in erwähntem Werk:

Leute, deren Federn und Zungen mit moralischem Gifte und Dolche den Freund und Bruder verfolgen, aber mitleidig einer matten Fliege das Fenster öffnen, damit sie fern von ihren Augen – zertreten werden könne […] Habe ich aber diejenigen getadelt, die grausam gegen Tiere verfahren, so muß ich doch auch sagen, daß andre in die entgegengesetzte Übertreibung fallen, indem sie mit dem Viehe wie mit Menschen umgehen. Ich kenne Damen, die ihre Katze zärtlicher umarmen als ihre Ehegatten; junge Herrn, die ihren Pferden sorgsamer aufwarten als ihren Oheimen und Basen, und Männer, die gegen ihre Hunde mehr Zärtlichkeit, Schonung und Nachsicht beweisen als gegen ihre Freunde, die sich von jenen müssen mit Flöhen bevölkern lassen.1


1: Quelle: ➚knigge.mobilehomepages.de/go/sites/mview…