Faktenbehauptung
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2017-02-12

Die bloße Annahme eines Zusammenhanges stellt diesen nicht her, Wunschdenken ist keine Grundlage für Argumente.

Diese rhetorische Methode ist mir, und zwar nicht nur im tierrechtlerischen Diskurs, schon oft begegnet: Fakten werden schlicht erfunden, um den eigenen Standpunkt zu untermauern. Da redet sich eine Trotzkistin in sich angebliche Streiks in Russland hinein, die sich schon bald zum Generalstreik und dann zur Revolution ausweiten können, dort behauptet ein Nationalist, die Hälfte des amtierenden Kabinetts würde in Wahrheit aus Sympathisanten mit der eigenen Bewegung bestehen, – es werden Aussagen vpn anderen, die den eigenen Standpunkt untermauern, kritiklos übernommen, Aussagen, die ihm widersprechen, schlicht nicht geglaubt, und so weiter.

Im vegan-vegetarisch-tierrechtlerischen Diskurs wird beispielsweise gern von berühmten Persönlichkeiten1 behauptet, dass sie sich vegetarisch ernährt hätten, auch wenn es dafür keine Anhaltspunkte gibt,2 unliebsame historische Tatsachen schlicht geleugnet,3… diese Herangehensweise zieht sich wie ein roter Faden durch viele ideologisch gefärbte Diskussionen.

Hier gilt es, die emotionale Reife des Gegenübers richtig einzuschätzen, es sich bewusst zu machen, dass sich bewusstes Gegenüber nicht immer redlich verhält, wodurch etwa „Fakten“, die wie aus dem Nichts kommen und vielleicht sogar den gegnerischen Standpunkt in ganz neuem Licht erscheinen lassen, hinterfragt werden sollten.


1: Siehe dazu: Prominente

2: Siehe dazu: „Vorzeigevegetarier“

3: Siehe dazu: Tierschutz und NS-Ideologie