Regans Ethik inhärenter Werte
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Tom Regan verallgemeinert den Menschenrechtsgedanken1 auf die gesamte Tierwelt, und geht davon aus, dass jedes Tier, ungeachtet der Tierart, einen inhärenten Wert hätte, begründet allerdings nicht weiter, warum das so sein sollte, und behandelt auch nicht sich daraus ergebende Widersprüche, wie zum Beispiel beim Thema Beutegreifen.

Es ist unzweifelhaft so, dass Menschen, ungeachtet ihrer intellektuellen oder körperlichen Fähigkeiten, Ziele, Wünsche, Ängste,… haben, „Subjekte eines Lebens“ sind, und sich Tiere darin nicht grundsätzlich von Menschen unterscheiden. Es lässt sich also so nicht begründen, dass Menschen hier über dem Tier stünden,2 und sich über sie hinwegsetzen dürften. Regan weist also auch Tieren einen inhärenten (also einen gegebenen und ihnen ursächlich innewohnenden) Wert zu.

Daraus ergeben sich allerdings zwei grundsätzliche Problematiken. Zum einen argumentiert Regan nicht weiter, warum denn Tiere einen solchen inhärenten Wert überhaupt haben sollten,3 und geht von der Gültigkeit dieses Konzeptes für seine weiteren Ausführungen einfach aus. Zum anderen ergeben sich aus der Forderung für gleiche Rechte unabhängig von der Tierart Widersprüche, denn ein Menschenrecht hat ein Mensch ganz allgemein, und nicht „gegenüber“ jemandem oder etwas.

Kranke, Behinderte, Kinder,… haben nicht nur anderen gegenüber das Recht auf Leben etc., sondern auch andere ihnen gegenüber, ganz ungeachtet dessen, ob sie selber diese Rechte überhaupt verstehen oder anwenden könnten: Ein Behinderter darf niemanden versklaven, ein Kranker niemanden foltern, ein Kind niemanden töten, und selbst ein unbelebtes Objekt wie zum Beispiel ein einsturzgefährdetes Gemäuer würde entweder abgesperrt, saniert oder zerstört werden, weil niemand durch es zu Schaden kommen darf, obwohl besagtes Gemäuer in keiner Weise als handelndes Subjekt angesehen werden kann.

Auf die Tierwelt umgelegt ergäbe das die Unrechtmäßigkeit von Beutegreifen, oder – wenn man Beutegreifen zulässt – die effektive Aufhebung des oben beschriebenen Konzepts grundlegender unveräußerlicher Rechte.

Es ist der Wissensstand von antivegan.at, dass eine gangbare Lösung für dieses – grundlegende! – Problem bis zum heutigen Tag aussteht.


1, 3: Siehe dazu auch: Menschenrechte

2: Regan bezeichnet das, analog zu Rassismus oder Sexismus als Speziesismus, siehe dazu: Speziesismus