„Afrikaner verhungern für unsere Viehzucht!“
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Die armen Länder, so eine gängige tierrechtlerische Behauptung, würden Feldfrüchte lieber den reichen Ländern verkaufen, anstatt sie der eigenen Bevölkerung zukommen zu lassen, weswegen die Bevölkerung in den armen Ländern hungert, während mit diesen Feldfrüchten in den reichen Ländern das Vieh gemästet wird.

Die Redaktion hat sich also mit den Statistiken der Nahrungsmittelexporte und -importe befasst, die auf der Internetpräsenz der UN-Welternährungsorganisation veröffentlicht sind, und kann das nicht bestätigen, im Gegenteil, die Daten weisen zeigen, dass die reichen Länder die Hauptproduzenten und -exporteure von Feldfrüchten sind, und die armen Länder diese einführen. So ist zum Beispiel Äthiopien ein Importeur von Weizen, während sein mengenmäßiger Hauptexport Kaffee ist, sein wertmäßiger Tierhäute, ein ähnliches Bild ergibt sich für andere arme Länder, so export der Tschad etwa hauptsächlich Baumwolle und Vieh (!), aber kein Getreide.

tschad2007exporte.png
Bildschirmphoto, abgerufen 2008 von ➚faostat.org

Woher die Behauptung kommen mag, „das Vieh der Reichen“ würde den Armen „das Getreide wegfressen“, kann also nicht nachvollzogen werden; einen faktischen Hintergrund hat sie nicht.