Milch
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Keine andere Spezies außer dem Menschen konsumiert Milch von anderen Tieren. Daraus kann aus tierrechtlerischer Sicht eine Vielzahl von Argumenten aufgebaut werden, deren Kern aber meist ein generelles Unverständnis der biologischen Grundlagen des Milchkonsums ist.

Vor etwa 8000 Jahren taucht bei bestimmten Hirtenvölkern (von denen auch die Menschen in Europa großteils abstammen) eine Mutation auf, die bewirkt, dass das Enzym Laktase, welches dafür sorgt, dass Milchzucker vom Dünndarm aufgenommen werden kann, nach der Kindheit im menschlichen Körper aktiv bleibt und Milchkonsum auch für Ältere nicht zu Verdauungsbeschwerden führt. Das ist ein enormer Selektionsvorteil für die Landwirtschaft betreibenden Menschen, die nicht nur das Fleisch, sondern jetzt auch die enorme Fülle an Nähr- und Vitalstoffen der Milch ihres Viehs nutzen, was ihre Überlebens-Chancen dramatisch erhöht.1

Die Fähigkeit von uns Europäern, Milch zu verdauen, ist also das Resultat eines vollkommen natürlichen Prozesses und ein enormer Bonus, der so gravierend ist, dass Laktose-Unverträglichkeit hierzulande sogar im Grunde als Krankheitsbild gilt. Milchkonsum über das Säuglingsalter hinaus ist also nicht „unnatürlich“, sondern eine Fähigkeit, die die Überlebensfähigkeit erhöht.


1: Siehe dazu etwa ➚www.focus.de/wissen/wissenschaft/evoluti… oder ➚www.zeit.de/online/2009/36/milchtrinken-…