Der Vegetarier Hitler
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2017-02-12

Hitlers Vegetarismus ist eine historische Tatsache, die durch Berichte von Zeitzeugen, die Aufzeichnungen seiner Leibärzte,… belegt ist, während Behauptungen, er hätte auch „während“ seiner Vegetarierzeit durchaus Würste, Schinken oder gar gefüllte Täubchen gegessen, einer Überprüfung nicht standhalten. Hitlers Vegetarismus war allerdings wohl eher ideologisch überhöht und tatsächlich gesundheitlich induziert, was aber der Vereinbarkeit seiner Lebensweise und Ideologie keinen Abbruch tut.

Keine andere historische Tatsache wird wohl in vegetarischen (oder veganen) Kreisen so vehement bestritten wie Hitlers Vegetarismus. Webseiten über Webseiten von Vegetariern bzw. Veganern behaupten, Hitler hätte wenn dann nur aus gesundheitlichen Gründen vegetarisch gelebt, und nicht einmal das, sondern hätte durchaus Schinken, Leber, Wurstknödel,… gegessen. So schreibt etwa der deutsche ➚VeBu:

[…] zitiert Robert Payne, Albert Speer und andere Hitler Biographen, die alle eindeutig Hitlers Vorliebe für: Bayerische Würste, Schinken, Leber sowie Hähnchen […]

allerdings ist nicht herauszufinden, wer diese „anderen Hitlerbiographen“ wären, Robert Payne selbst ist der Autor einer großen Zahl von Büchern, und zwar sowohl von Sachbüchern als auch Belletristik, er ist jedoch kein Historiker,1 Ian Kershaw, Historiker und offizieller Hitler-Biograph, lässt hingegen an Hitlers Vegetarismus keinen Zweifel, was allgemeiner Konsens in der Geschichtsforschung und durch unzählige Augenzeugenberichte belegt ist,2 inklusive der seiner eigenen Ärzte:

Hitler war seit 1931 Vegetarier, und keine noch so großen Überredungskünste der Ärzte brachten ihn davon ab.3

Die Behauptung nun, dass Hitler gern gefüllte Täubchen aß, beruht auf der Aussage der Köchin Dione Lucas, die in einem 1964 erschienenen Kochbuch beim Rezept über gefüllte Täubchen in Bezug auf ihre Zeit in einem Hamburger Restaurant in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg angibt, es wäre eines von Hitlers Lieblingsgerichten gewesen.4 Es ist dies allerdings der einzige Hinweis darauf, auch eine längere Suche mit diversen Suchmaschinen im WWW hat immer nur diesen einen Hinweis ergeben, Berichte von Zeit- bzw. Augenzeugen über einen Verzehr gefüllter Täubchen durch Hitler etwa zu seiner Zeit an der Spitze des „Deutschen Reichs“ finden sich keine. Zu Hitlers etwaigem Leberknödel- oder Schinkenkonsum finden sich nun überhaupt keine Angaben zu historischen Quellen.

Da anzunehmen ist, dass die Existenz solcher Quellen umgehend von tierrechtlerischer/vegetarischer Seite ausgeschlachtet worden wäre, macht das die Behauptung über Täubchen-, Leber- oder Wurstverzehr äußerst unglaubwürdig, während Hitlers Vegetarismus durch zahlreiche Augenzeugenberichte gut belegt ist.

Auch ein Versuch, Hitler den Vegetarismus abzusprechen mit dem Einwand, er hätte nicht immer vegetarisch gelebt, träfe etwa auch auf Gandhi zu, von dem Fleischkonsum belegt ist.5


1: ➚de.wikipedia.org/wiki/Robert_Payne

2: ➚greyfalcon.us/restored/HITLER%20WAS%20A%…

3: Quelle: Irving, David - Wie krank war Hitler wirklich - Der Diktator und seine Ärzte, Seite 15 – hier muss allerdings unbedingt angemerkt werden, dass Irving, Autor dieser Schrift, als Holocaustleugner bekannt ist, wenngleich er zu Anfang seiner Karriere durchaus seriöse Geschichtsforschung betrieben hat. Bezüglich der Tagebücher von Dr. Theo Morell etc. gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Quellen, auf die er sich bezieht, unzulässig sein könnten.

4: ➚www.nytimes.com/1991/09/21/opinion/l-don…

5: ➚books.google.at/books?id=bih3BQAAQBAJ&pg…