cum hoc ergo propter hoc
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Bei gemeinsam auftretenden Faktoren auch einen ursächlichen Zusammenhang zu sehen ist nicht so sehr ein logischer, als vielmehr ein methodischer Fehler, der darin besteht, Datenmaterial allein als Beweis für eine Ursache-Wirkung-Beziehung zu sehen.

Ereignisse oder Eigenschaften, die miteinander augenscheinlich zusammenhängen, müssen nicht auch ursächlich miteinander zusammenhängen. Kann also nur gezeigt werden, dass etwas so ist, wie es ist, aber nicht, warum, dann liegt womöglich ein solcher Fehlschluss vor.

Beispiele dafür lassen sich im veganen Diskurs leicht finden. So ist es zum Beispiel so, dass mit dem Fleischkonsum in den Industrieländern auch der Ausstoß von Treibhausgasen gestiegen ist. Allerdings bedeuten Wirtschaftskrisen offenbar einen Rückgang der Treibhausgasemissionen,1 während sich die Ernährungsgewohnheiten kaum ändern dürften.2 Es ist liegt also wohl eher ein Zusammenhang zwischen industrieller Produktion und Treibhausgasausstoß vor als zwischen diesem und Fleischkonsum.

Der Fehler, Korrelationen und Kausalitäten durcheinanderzubringen, ist also leicht begangen, und es ist wichtig, sich stets die eigenen Wünsche und Wertigkeiten vor Augen zu halten, um ihn tunlichst zu vermeiden.


1: ➚www.spiegel.de/wissenschaft/natur/rekord…

2: ➚Die Süddeutsche Zeitung etwa zitiert etwa den Lebensmittelindustriellen und Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge mit der Aussage, dass sich der Einfluss einer Wirtschaftskrise auf die Nahrungsmittelindustrie in engen Grenzen halten würde.