ad hominem
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Der Wahrheitsgehalt einer Aussage ist nicht abhängig davon, vom wem sie getätigt wird. Der Versuch, etwa eine Aussage durch einen persönlichen Angriff auf denjenigen zu entkräften, der sie tätigt, ist daher ein Fehlschluss.

Das wohl markanteste Beispiel für persönliche Angriffe im veganen Diskurs sind Unterstellungen von Verbindungen zur „Fleischindustrie“ bei Personen, die sich gegen Veganismus und Tierrechtlertum aussprechen, auf der anderen Seite stehen Sticheleien wie die Aussage, dass so mancher nur deswegen kein Fleisch mag, weil er als Kind so unbeliebt war, dass man ihm ein Kotelett um den Hals gehängt hat, dass wenigstens der Hund mit ihm spielt.

In beiden Fällen wird Befangenheit oder niedere Beweggründe unterstellt, doch selbst wenn tatsächlich jemand traumatische Kindheitserlebnisse mit Koteletts hat erleiden müssen, wäre etwa eine Aussage, dass übermäßiger Fleischkonsum schädlich ist, immer noch richtig, sogar dann, wenn der Beweggrund für diese Aussage tatsächlich bedenklich ist: Wahre Aussagen sind wahr, falsche Aussagen sind falsch. Unabhängig davon, wer sie tätigt und warum.

Im weiteren Sinn kann ad hominem auch andere Formen von Argumentation betreffen, wo der Wert von Aussagen über die sie tätigende Person definiert wird, so kann eine Aussage etwa auch dann falsch sein, wenn sie von einer klugen oder sympathischen Person getätigt wird, und eine Aussage richtig sein, kommt sie von einer schlechten.