Verallgemeinerungen und Falsifikation
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

Verallgemeinerungen sind notwendig, um mit der Welt umgehen zu können, allerdings müssen allgemeine Aussagen auch Allgemeingültigkeit haben. Kann (für eine solche Aussage) auch nur ein einziges Gegenbeispiel gefunden werden, ist die Allgemeingültigkeit dahin.

Die Welt ist komplexer, als wir Menschen sie erfassen können. Um sich in ihr zurechtzufinden ist es daher notwendig, zu verallgemeinern, und damit zu vereinfachen.

Unsere Naturwissenschaften sind zum Beispiel im Grunde nichts Anderes als eine einzig große Vereinfachung und Verallgemeinerung, so hat etwa jede Kuh nicht den genau gleichen Magen und Darm, dennoch können Aussagen getroffen werden, die auf den Verdauungstrakt tatsächlich aller Kühe zutreffen, und vielleicht sogar aller Wiederkäuer, wobei selbst der Begriff der Kuh als Verallgemeinerung angesehen werden kann,1 mit anderen Aussagen verhält es sich nicht anders. So kann, um ein anderes Beispiel zu nehmen, beobachtet werden, dass schwere Gegenstände in Flüssigkeiten untergehen, daraus lässt sich eine Aussage formulieren: In Flüssigkeiten gehen schwere Gegenstände unter. Nimmt man allerdings flüssiges Quecksilber, ist diese Aussage widerlegt, weil auf ihm sogar ein Bügeleisen schwimmt, und man muss die Aussage verwerfen oder verändern.

Diese Art von Widerlegung, Falsifikaton, ist essentiell. Sie ist ein Weg, bei augenscheinlich gemeinsam auftretenden Faktoren herauszufinden, ob es auch einen ursächlichen Zusammenhang geben kann.2


1: Dieser Gedankengang führt zu ➚Platons Ideenlehre, deren Behandlung aber den Rahmen dieses Artikels sprengen würde.

2: Siehe dazu auch den Fehlschluss cum hoc ergo propter hoc