Gefühl, Verstand und Vernunft
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2017-08-26

Der Verstand ist ein Werkzeug ohne Wertigkeiten, die letzlich immer einen emotionalen Kern haben. Vernunft bedeutet, den Verstand auf die den Entscheidungen eben zu Grunde liegenden Gefühle rückwirken zu lassen.

Entscheidungen (und Handlungen als deren Konsequenzen) haben immer einen emotionalen Kern. Durch Hinterfragen der Motivation dahinter können diese erkannt werden.

Beispiel: Ich sitze in der Straßenbahn. Warum? Weil ich in die Arbeit muss. Warum? Um meine Rechnungen zu bezahlen. Warum? Um überleben zu können. Warum will ich das? Weil … nun, ich will einfach überleben. Und entweder ist das ein Antrieb der sich entweder selber nicht weiter hinterfragen lässt,1 oder den ich schlicht noch nicht hinterfragt habe und mein Agieren daher emotional war.

Die verschiedenen Werte und Motivationen können, müssen aber nicht in in sich widerspruchsfrei sein. So kann es sein, dass jemand trinkt, um sich wohl zu fühlen, sich dadurch aber eben auch effektiv nicht wohl fühlt. Ein solches, im Grunde widersprüchliches Verhalten ist (sic!) unvernünftig. Man kann auch sagen:

Vernünftiges Handeln ist reflektiertes Handeln, unvernünftiges Handeln ist unreflektiertes Handeln.2

Jede Motivation (hinter einer jeden Handlung und damit Entscheidung) ist also im Grunde emotional, der Verstand selber ein bloßes Werkzeug, wird er auf das Gefühl angewendet, nennt man das Vernunft.

Da es nur im Denken, aber nicht in der Welt Widersprüche geben kann,3 sind Widersprüche in unserem Denken gefährlich. Ein „möglichst im Einklang mit sich selbst und der Welt stehendes“ und damit vernünftiges Handeln ist anzustreben.


1: Siehe dazu auch den Artikel über Axiome.

2: Hier ist anzumerken, dass unvernünftiges Handeln nicht zwangsläufig falsches Handeln bedeutet, es ist auch möglich, unreflektiert, also nach Gefühl, das Richtige zu tun. Aber eben auch das Falsche. Durch Reflektion kann erkannt werden, ob etwas richtig ist oder falsch.

3: Die Behandlung dieses Themas ist zwar sehr interessant, würde aber den Rahmen dieses Artikels und sogar den von antivegan.at selber sprengen.