Jänner 2019 

wehleidig sein mit Singer
erzeugt:2019-02-02
letzte Änderung:2019-02-02

Es ist immer wieder … lustig? … sich mit Peter Singer und seinem Präferenzutilitarismus auseinanderzusetzen.

So philosophiert er darüber, dass dasselbe Maß an Schmerz ethisch gleich zu behandeln ist. Schlage ich also einem Kleinkind die flache Hand ins Gesicht, spürt es dabei ein gewisses Maß an Schmerz, das vielleicht dem entspricht, wenn ich ein Pferd mit einem Stock schlage, weil ein Pferd eine Watschen wahrscheinlich nur wahrnehmen, diese aber für es überhaupt nicht schmerzhaft wäre.

Was weiter zur Frage führt, wieviele Engel auf einer Nadelspitze tanzen können, denn – abgesehen von der Problematik der Messbarkeit von Leid an sich – gibt es da noch etwas Anderes, was mich interessieren würde, nämlich:

Was, wenn jemand schlicht wehleidig ist?

Was, wenn es jemandem Qualen bereitet und für den Rest des Lebens traumatisiert, wenn ihn jemand nur böse anschaut? Ist das dann ethisch auf derselben Stufe, wie jemanden anderen zu verstümmeln, weil beide vielleicht in gleichem Maße leiden würden? Und wenn das auch jetzt ein natürlich sehr übertriebenes Beispiel ist, so bleibt die Frage dennoch: Sind gleiche Handlungen unterschiedlich zu bewerten bei subjektiv unterschiedlichem Schmerzempfinden? Wäre es dann nicht im Interesse jedes Individuums, so wehleidig wie möglich zu sein, um bevorzugte Behandlung zu erfahren?

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