November 2008 

Talkshows nein danke
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-08

antivegan.at als relativ junges Projekt hat Zugriffszahlen, die sich momentan noch im Bereich von wenigen Dutzend Einzelbesuchern pro Tag bewegen, wenngleich natürlich mit steigender Tendenz.

Das Medium Internet ist nun ein wunderbares Medium für die Aufklärung über Zusammenhänge wie die „vegane Ideologie“, es ist schriftlich, jederzeit abrufbar, perfekt dokumentier- und archivierbar, und – das ist der Vorteil gegenüber einem Buch – es ist wesentlich flexibler. Man kann eine Webseite ungleich leichter aktuell halten [heißt: dem aktuellen Wissensstand anpassen], verändern oder erweitern als ein Buch, dennoch bleiben die Vorzüge des schriftlichen Mediums erhalten.

Nun bekommt man offensichtlich als Verantwortlicher für eine sich einem aktuellen bzw. aufkommenden Sachthema widmenden Seite früher oder später Anfragen vom „Fernsehen“, sprich: Sendern, die ja bekanntlich ständig auf der Suche nach Themen sind, die die Leute dazu bewegen sollen, gerade ihr Programm einzuschalten; antivegan.at ist hierbei kein Einzelfall, ich weiß von Betreibern anderer Internetseiten, dass es ihnen genauso geht.

Doch leider eignet sich das Medium Fernsehen nur selten für die Behandlung von Sachthemen, speziell, wenn diese in Form von billig zu produzierenden Fernsehdiskussionen oder gar „Talkshows“ (fürchterliches Wort, übrigens) stattfindet: Das für aufklärerische Absichten unerlässliche Zurücktreten der Person des Autors hinter die Botschaft ist hier praktisch nicht möglich, eine aktive Konfrontation der Zuschauer mit Information – ein Buch oder eine Internetseite wird aktiv gelesen, Links und Subseiten aktiv angewählt – überhaupt nicht: Die Leut sitzen vorm Kastel, weil sie sich über irgendwas aufregen oder sich entspannen wollen, und werden berieselt. Eine Sache, zu der sie Fragen haben, im Fernsehen nachzuschlagen, geht nicht; das Fernsehen folgt anderen Prioritäten. – die auch eine seriöse Auseinandersetzung mit gegnerischen Standpunkten sehr erschweren bis verunmöglichen. Mann kann nicht so einfach, konfrontiert mit irgendeiner veganen Behauptung, ein paar Tagen im Netz, in Bibliotheken und bei Fachleuten recherchieren, und man ist ungleich anfälliger für Verhaspler sowie gegnerische Kampfrhetorik oder sonstige „Pferdeverkäufer-Tricks“, deren Wirksamkeit auf antivegan.at aufgrund der oben beschriebenen Charakteristiken des Mediums Internet effektiv hinfällig ist. All das führt in Folge dazu, dass sich etwaige TV-Aktionen – die es ja durchaus gibt und gegeben hat – meistens als Schuss in den Ofen, wenn nicht gar nach hinten erwiesen haben; Talkshows sind eine einzige, große Einladung für ad hominem-Argumentation.

Und so sehr ich der Meinung bin, dass seriöser Fernsehjournalismus gut und wichtig ist, möchte ich die Fernsehschaffenden dieser Welt bitten, sich für Talkshows andere Themen zu suchen – trotz bester Absichten tut uns aufklärerisch Tätigen soetwas eindeutig keinen Gefallen.