Oktober 2008 

U-Haft für Tierrechtler war korrekt
erzeugt:2016-11-08
letzte Änderung:2016-11-11

Wie mancher weiß, ist Ende Mai dieses Jahres eine Anzahl von Aktivisten der Tierrechtsszene in Untersuchungshaft gekommen im Zusammenhang mit diversen kriminellen Aktivitäten, die des Wissens der Redaktion nach gegen die Firma ➚Kleiderbauer gerichtet waren, um die Aussortierung von Jacken mit Pelzbesatz zu erpressen.

Dass sich besagte Firma Kleiderbauer nicht erpressen lässt, und stattdessen das tut, was jedes Opfer krimineller Aktivität tun sollte, nämlich, zu den Behörden zu gehen, wäre ihnen wohl nicht im Traum eingefallen, und noch weniger, dass es dafür Konsequenzen gibt, in diesem Fall Untersuchungshaft als Resultat von über einem Jahr Ermittlungen.1

Nun wären die Tierrechtler keine Tierrechtler, würden sie auch nur irgendein Unrechtsbewusstsein haben, weshalb sie natürlich beim Obersten Gerichtshof Beschwerde einlegen, und – abblitzen:

Dieser stellt nun allerdings fest, dass diese durch die Inhaftierung nicht im verfassungsrechtlich gewährleisteten Grundrecht auf persönliche Freiheit verletzt wurden. Der von den Gerichten angenommene dringende Tatverdacht stütze sich „auf folgerichtige Schlüsse aus den Beweismitteln“, so der OGH. Die Tierschützer sollen einer seit Jahren bestehenden, auf längere Zeit angelegten, international operierenden, auf schwere Nötigung und Sachbeschädigung ausgerichteten und aus mehr als zehn Personen bestehenden militanten Personengruppe angehört haben.2

„Schwere Nötigung“. „Sachbeschädigung“. Hört sich voll und ganz nach friedliebenden Zeitgenossen an, die ja nur Liebe und Harmonie wollen…

Doch nicht nur, dass die Beschwerde an den OGH abgewiesen worden ist, die Behörden haben doch tatsächlich die Frechheit, ihre Ermittlungen fortzusetzen:

Gegen 19.00 Uhr sollen Mitglieder der Sonderkommission zum Gebäude gekommen sein und die Türe aufgebrochen haben, nachdem die Bewohner nicht zu Hause waren. Ein Computer und mehrere CDs sollen beschlagnahmt worden sein. Die Tierschützer wurden später telefonisch zu Einvernahmen geladen. […] „Ich frage mich, wann das endet“, meinte Balluch im APA-Gespräch. „Wie lange will die Sonderkommission noch weiterermitteln ohne Ergebnisse?“3

Ohne Ergebnisse? Drei Monate in Untersuchungshaft kommt man nicht einfach so, da braucht es schon mehr. Dieses Mehr ist gegeben, wie jetzt sogar der OGH festgestellt hat, und „wann es endet“?

Warum stellt sich diese Frage? Möge es auch harmlos begonnen haben, die Tierrechts-Szene (bzw. ein Teil von ihr) ist – meiner Meinung nach als absolut logische Konsequenz aus einer widersinnigen Ideologie – ins Kriminelle abgerutscht, und wird daher auch wie das, was sie sind, behandelt, wie Kriminelle eben.

„Ich frage mich, wann das endet“… Exakt das werden sich wohl auch die Leute von Kleiderbauer gefragt haben, als sie Opfer der Niedertracht der „Tierschützer“ wurden…


1: ➚www.florianklenk.com/2008/09/09/mit-erns…

2: ➚diepresse.com/home/panorama/oesterreich/…

3: ➚diepresse.com/home/panorama/oesterreich/…